Plainfeld. Ach Mensch, wie schnell die Zeit vergeht. Wir haben doch gerade erst im Hotel eingecheckt, gerade erst zum ersten Mal auf das Gelände hinabgeblickt, gerade erst die ersten Beats gehört – und nach dem heutigen Tag soll schon wieder alles vorbei sein? Tja, leider können auch wir die Zeit nicht zurückdrehen und so entschließen wir uns, heute schon besonders früh auf das Gelände zu fahren, damit wir das Abenteuer ELF18 noch möglichst lange genießen können.

Bereits um 14:30 Uhr verlassen wir unsere Unterkunft, voller Motivation und voller Vorfreude auf das Grande Finale, wenngleich die körperlichen Beschwerden aufgrund der anstrengenden vergangenen 72 Stunden immer größer werden. Generell sollte man ein Festival niemals unterschätzen: 1452 Hilfeleistungen zählte das Rote Kreuz über das gesamte Wochenende, wobei chirurgische Verletzungen (z. B. Verstauchungen in Folge exzessiven Tanzens) die häufigste Ursache darstellten und 103 Zwischenfälle sogar mit einem unfreiwilligen Besuch im Krankenhaus endeten.

Da wollen wir definitiv nicht hin, also machen wir uns schnell auf in den Interviewgarden, denn unser zweites und gleichzeitig letztes Interview steht an. Diesmal ist DJ Greenice unser Gesprächspartner, der allerdings zu Beginn gleich etwas Geduld beweisen muss, da das Interview aufgrund im Auto vergessener Mikrofone erst mit einer 10-minütigen Verspätung beginnen kann – sorry dafür…

Als dann endlich das gesamte Equipment aufgebaut ist, plaudern wir mit ihm in einer angenehmen Atmosphäre über seine bisherigen Eindrücke vom Wochenende, wie denn sein Leben zwischen Hobby und Beruf so aussieht und über seine anstehende Kandidatur als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde, was unseren Infos nach übrigens so ziemlich einzigartig in Österreich sein dürfte.

Was das Wetter betrifft, so zeigt sich Mutter Natur heute von ihrer besten Seite. Bei angenehmen 23 Grad und strahlendem Sonnenschein nützen wir die Zeit und die perfekten Witterungsbedingungen, um das nachzuholen, was in den vergangenen Tagen unmöglich war: Videoaufnahmen für unseren Aftermovie. Zwei Stunden lang zeichnen wir alles auf, was uns vor die Linse kommt. Egal ob saftige Wiesenfelder, die ersten eintreffenden Gäste oder aufblasbare Dinosaurier, die beim Eingang auf verbotene Gegenstände untersucht werden – es sind bleibende Eindrücke, die man so schnell nicht vergessen wird.

Sicher ist Ihnen und euch auch schon aufgefallen, dass wir bisher fast ausschließlich über die positiven Seiten des Electric Love berichtet haben und kaum über die negativen. Warum? Ganz einfach, weil die Suche nach negativen Aspekten der Suche einer Nadel im Heuhaufen gleicht – sie sind quasi nicht vorhanden. Wenn man dem Event unbedingt etwas ankreiden will, so sind dies wohl die saftigen Preise für Speisen und Getränke, die sich aber im Branchenschnitt bewegen und keineswegs nur hier so hoch sind.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt sind die immer wieder auftretenden Probleme bei den Zutrittskontrollen. Diese funktionieren mithilfe eines RFID-Chips, der in das Armband eingewebt ist und zum Beispiel beim Betreten des Pressegrabens (Bereich zwischen Bühne und Publikum, Anm.) gescannt wird. Während dieses Verfahren letztes Jahr perfekt funktioniert hat, kommt es diesmal des Öfteren vor, dass man einen Bereich verlässt und danach plötzlich nicht mehr hineinkommt.

Summa summarum sind dies aber die einzigen zwei Kleinigkeiten, wo noch etwas Verbesserungsbedarf besteht und wir möchten an dieser Stelle auch anmerken, dass diese auf keinen Fall über all die anderen Bereiche hinwegtäuschen sollen, die wirklich ausgezeichnet funktionieren. Im Vergleich zu anderen Festivals ist das Electric Love in Sachen Organisation – unserer Meinung nach – der absolute Benchmark.

Kommen wir aber zurück zum Geschehen am Salzburgring. Es ist Samstag und damit der letzte Tag der viertägigen Veranstaltung, an dem sich der strahlende Sonnenschein übrigens auch im Besucherinteresse wiederspiegelt. Während gestern und vorgestern einige Gäste am Campingplatz oder gleich zu Hause geblieben sind, so sind die Stages heute rappelvoll. Besonders auf der Mainstage schenkt man sich keinen Zentimeter, einen Platz in der Mitte zu bekommen ist nahezu unmöglich.

Und auch musikalisch stellt der heutige Tag das absolute Highlight dar. Vor allem der sympathische Australier Timmy Trumpet hat es dem Publikum angetan: Seine Soloeinlagen auf der Trompete sorgen immer wieder aufs Neue für Gänsehaut bei den Lovers. Ihm Folgen Dimitri Vegas & Like Mike, die dann auch für 15 Minuten gemeinsam mit Steve Aoki als „3 Are Legend“ die Menge zum Beben bringen.

Apropos Steve Aoki! Er ist wohl der Act, auf den die meisten Fans das ganze Wochenende gewartet haben. Warum? Ein kleiner Tipp: TORTEN! Um Punkt 01:35 Uhr stellt der US-Amerikaner kurzzeitig die Musik ab, um sich einem seiner Markenzeichen zu widmen. Während einige Mitarbeiter köstlich aussehende weiße Süßspeisen zum vorderen Teil der Mainstage bringen, beginnt in der ersten Reihe ein Gekreische, wie es Plainfeld noch nie erlebt hat. Es wurden noch nicht einmal alle Pappkartonschilder ausgepackt, da fliegen schon, begleitet von einem Blitzlichtgewitter der Fotografen, die ersten Torten in die Menge und auch wir haben Glück, dass wir nicht „gecaked“ werden, denn ein Wurfgeschoss verfehlt uns nur knapp – dafür haben wir jetzt als Erinnerung einige Klecker auf den Schuhen…

Wir verstehen diesen Hype nicht ganz, aber naja. Nachdem Steve seine Zuckerorgie beendet hat, startet auch schon der letzte Programmpunkt für dieses Jahr: die Closing-Ceremony. Begleitet von einem bombastischen Feuerwerk betreten die Mitarbeiter von Revolution Event die Bühne. Sie sind es, die das ganze Jahr über hart arbeiten, damit wir ein unvergessliches Wochenende erleben dürfen – und das hatten wir allemal.

Danke für einen Platz am Tisch der Großen!

Die letzten Zeilen unserer Reportage möchten wir dafür nützen, uns beim Veranstalter (Revolution Event) und insbesondere bei dessen Pressesprecherin Frau Mag. Sabrina Millautz zu bedanken, dass wir auch heuer zum zweiten Mal die Chance bekommen haben, wichtige Erfahrungen in dieser Branche zu sammeln und das Gelernte in der Praxis anzuwenden. Auch konnten wir an diesem Wochenende wertvolle Kontakte zu Profis und Experten in den Bereichen Fotografie, Journalismus und Eventmanagement knüpfen, die uns in Zukunft vielleicht von Vorteil sein können.

Vielen Dank auch an das charmante Presseteam für die reibungslose Abwicklung und die stetige Hilfsbereitschaft bei auftretenden Komplikationen. Vielen Dank für ein absolut unvergessliches Wochenende voller Highlights und wir freuen uns schon jetzt, wenn es in einem Jahr wieder heißt: „Welcome to Electric Love!“