Plainfeld. Während das Schuljahr 2018/19 schön langsam in die Zielgerade einbiegt steigt bei allen Festivalfreunden und EDM-Lovers die Anspannung auf das EDM-Event des Jahres. Das Electric Love Festival in Salzburg, Österreichs größte Veranstaltung für elektronische Musik, geht Anfang Juli in seine mittlerweile siebente Auflage und wartet dieses Jahr mit einigen Neuerungen auf seine Besucher.

Wir haben den Mitbegründer und CEO vom Electric Love, Manuel Reifenauer, vorab zum Interview getroffen und ihn zum aktuellen Stand der Vorbereitungen, den großen Herausforderungen in Bezug auf die einzigartige Location am Salzburgring sowie die mediale Berichterstattung in Österreich und dem Rest der Welt befragt.

Der Countdown zum Festival-Highlight des Jahres läuft. /// Foto © Photography: Heidiefocus

Insight7: Hallo Manuel! Danke, dass wir auch heuer wieder hautnah vom Electric Love Festival berichten dürfen. In wenigen Tagen fällt der Startschuss zur siebenten Ausgabe von Österreichs größtem EDM-Festival, wie ist der Status quo bei den Vorbereitungen, was habt ihr alles schon erledigt und was steht in den kommenden Tagen und Wochen noch an?
Manuel Reifenauer: Eigentlich läuft das alles schon sehr routiniert ab, dadurch, dass wir uns jedes Jahr weiterentwickeln, stehen natürlich noch unterschiedliche Sachen an die auch heuer neu sind: unsere 3 neuen Bühnen oder aber auch Showelemente.

Das diesjährige Motto lautet #FreshFruitsOldRoots. Ein Motto, das eigentlich eh schon sehr viel aussagt, aber auf was genau dürfen sich die Festivalgäste dieses Jahr freuen?
Grundsätzlich auf ein paar Tage Urlaub, die besten DJs der Welt in einer der schönsten Umgebungen der Welt, auf 8 Bühnen und über 160 DJs in dem Salzburger Seenland. Mit #freshfruitsoldroots ist gemeint, dass sich das Electric Love durchaus weiterentwickelt, aber seinen Wurzeln treu bleibt.

Die eindrucksvolle MainStage

Auch dieses Jahr erwartet die Besucher wieder eine imposante Mainstage – das Design hält der Veranstalter noch geheim. /// Foto © Philipp Kratzer

Mittlerweile sind sechs Jahre vergangen, seitdem ihr in die Festivalszene eingestiegen seid und mit dem Electric Love einen DER Fixpunkte des Festivalsommers geschaffen habt – damals natürlich noch in einem etwas kleineren Rahmen. Zum Vergleich: 2013 bei der ersten Ausgabe waren ca. 60.000 Besucher aus 30 Nationen zu Gast, 2018 waren es 180.700 aus über 60 Nationen. Hättest du dir am Anfang gedacht, dass das Ganze einmal solche Dimensionen annehmen wird?
Gewünscht ja! Der Traum etwas so gut und attraktiv zu machen, dass es weltweit Menschen bewegt war natürlich immer da und wunderbar zu sehen wie sich das entwickelt hat. Es steckt da aber auch sehr viel drinnen, unter der Wasseroberfläche ist noch einiges was man nicht sieht.

Damals wie heute gleich: die Location. Mit einer Rennstrecke wie dem Salzburgring definitiv einzigartig. Was hat euch zu diesem Austragungsort bewogen und welche Herausforderungen bringt dieser mit sich, auch im Hinblick auf z.B. die schwierige Hanglage, Zuschauerströme, Anwohner, etc.?
Wenn man nach dem Ort des Electric Love googelt bekommt man wohl einen der schönsten Plätze der Welt zu sehen. Grüne Wiesen, beeindruckende Berge und die saubersten und schönsten Badeseen, die man sich nur vorstellen kann bzw. eine schmucke und attraktive Altstadt – und inmitten dieser Dinge sind wir mit unserem Festival. So schön und einzigartig die Location ist, so birgt sie natürlich organisatorisch auch einige Herausforderungen, die aber allesamt seit Jahren bewältigt werden. Die Anrainer sind natürlich ein ganz wichtiges Thema, aber die Identifikation mit dem Electric Love ist enorm hoch und ich würde sagen, ein solch angenehmes Verhältnis zwischen Veranstalter und Anrainer gibt es selten.

Überblick Gelände

Mitten in den Salzburger Hügeln fungiert der Salzburgring seit Beginn an als eindrucksvolle Location für Österreichs größtes EDM-Festival. /// Foto © Heimo Spindler

Obwohl das Wetter letztes Jahr stark ausbaufähig war und euch viele Kopfzerbrechen beschert hat, wurde das Electric Love 2018 bei den renommierten deutschen Live Entertainment Awards in der Kategorie „Best Festival“ nominiert. Zum Sieg hat’s zwar bekanntlich leider nicht ganz gereicht, aber wie schön ist es trotzdem für euch, zu sehen, dass die viele harte Arbeit während des Jahres auch (international) gesehen und honoriert wird?
In dem Punkt sind wir alles andere als bescheiden, wir haben schon einige Preise einsammeln dürfen, zum Beispiel waren wir 2016 unter den Top 3 elektronischen Festivals der Welt, aber freuen uns natürlich extrem über solche Auszeichnungen, weil sie einfach die harte Arbeit honorieren. Den „Lea“ hat heuer das Nature One gewonnen und da muss man ganz ehrlich sagen, völlig verdient, extrem nachhaltiges und tolles Produkt, das der ganzen Szene durch Jahrzehnte lange Arbeit den Weg bereitet hat.

In Bezug auf die Entwicklung des Festivals wurden dieses Jahr zwei wesentliche Änderungen vorgenommen. Und zwar wurde zum einen mit dem Bereich Techno eine weitere Musikgattung ins Repertoire aufgenommen und zum anderen die Besucheranzahl bewusst leicht reduziert. Was waren die Beweggründe für diese strategischen Entscheidungen?
Der Idealismus steht im Vordergrund, wir hatten letztes Jahr Samstag zur Hauptzeit das Gefühl, dass es angenehmer wäre, wenn um eine Spur weniger Besucher vor der Mainstage wären und haben das auch als Feedback über unsere Socials bekommen – da haben wir nun reagiert. Die musikalische Entwicklung ist auch eine sehr wichtige, Techno Heads bekommen nun 3 Tage lang Techno auf einer eigenen Bühne geboten bzw. entsprechen wir dem Trend der sehr schnellen elektronischen Musik mit dem Shutdown Uptempo Cage, mit dem wir auch unser zweites Festival das Shutdown in Niederösterreich am Electric Love integrieren. Die dritte neue Bühne ist eine Roller Disco, eine Funstage bei der man sich Rollschuhe borgen und zu Worst of the 90s seine Runden drehen kann.

Wie sieht die externe Berichterstattung dieses Jahr aus? Wie viele Medienvertreter erwartet ihr ungefähr und welche Möglichkeiten bietet ihr der Presse, das Electric Love für die Öffentlichkeit perfekt in Szene zu setzen?
Es werden, wie in den letzten Jahren auch schon, um die 180 Pressevertreter erwartet. Die Akkreditierungsanfragen nehmen jährlich rasant zu und werden, was uns besonders freut, auch immer internationaler, allerdings versuchen wir auch in diesem Bereich auf Qualität zu setzen und haben das Kontingent beschränkt. Die Pressevertreter bekommen Zugang zu fast allen Bereichen der Festivalarea, um die Eindrücke und die Stimmung per Fotos und Videos bestmöglich einzufangen. Im Electric Love Pressezentrum stehen genügend Arbeitsplätze zur Verfügung, um in ruhiger Atmosphäre – im Gegensatz zur Mainarea – produktiv arbeiten zu können. Wir bieten den Medienvertretern auch die Möglichkeit die Artists, die für sie und ihr Medium von besonderem Interesse sind, hautnah kennenzulernen, zu fotografieren und zu interviewen.

Auf was freut sich das Team hinter dem Electric Love am meisten dieses Jahr?
Das Opening! Es wird, da sind wir uns einig, das fetteste Opening aller Zeiten!

Perfekt, dann danke Manuel, dass du dir die Zeit genommen hast und alles Gute für die noch ausstehenden Festivalvorbereitungen. Wir sehen uns dann Anfang Juli am Salzburgring und freuen uns jetzt schon auf ein grandioses Festivalwochenende.

Wer von euch noch kurzentschlossen ist und das Electric-Love-Feeling selbst hautnah miterleben möchte, der sollte schnell sein – die Tickets sind schon fast ausverkauft. HIER geht’s zum offiziellen Ticketshop!