Plainfeld. Der Wettergott scheint es dieses Jahr gnädig mit dem Electric Love gemeint zu haben. Während die ersten zwei Tage letztes Jahr noch komplett ins Wasser gefallen waren, herrschen heuer auch am dritten Veranstaltungstag strahlender Sonnenschein und heiße 29°C – eine Herausforderung für Mensch und Material.

Als wir um 16:00 Uhr am Gelände ankommen, herrscht noch gähnende Leere auf den Bühnen. Kaum einer wagt sich hinunter in den Kessel Salzburgring, die meisten chillen wahrscheinlich gerade noch in ihren Campingsesseln und bereiten sich auf einen ebenso heißen Abend vor.

Wir nützen die Gelegenheit für eine kleine Wanderung rauf zum Camping Nord – zugegeben vielleicht nicht die beste Idee bei diesen Temperaturen – aber Zeitrafferaufnahmen vom Gelände machen sich halt leider nicht von selbst.

Während der Aufnahme treffen wir zwei Jungs aus der Slowakei, die uns ganz aufgeregt von ihrem ersten Besuch hier am Electric Love erzählen. Während es ihnen die Q-Dance Stage, die heuer in Form eines gigantischen Bockes gestaltet ist, von der Musikrichtung her nicht so angetan hat, freuen sie sich vor allem auf Oliver Heldens, der später auf der Mainstage noch seine Songs zum Besten geben wird.

Die Q-dance Stage hat dieses Jahr die Form eines gigantischen Bockes. /// Foto © Tobias Höfinger

Für uns geht es weiter mit Arbeit. Videos von der Mainstage und dem – heute ebenfalls zum ersten Mal geöffneten – SHUTWDOWN Uptempo Cage stehen genauso am Programm wie Fotos von der Q-dance Stage, auf der sich bereits zu vergleichsweise früher Stunde tausende Hardstyle-Fans versammelt haben und in der brütenden Sonne feiern.

Ein großes Thema ist dieses Wochenende definitiv die Fortbewegung am Kerngelände. Speziell zu später Stunde sind hier unfassbar viele Menschen unterwegs und da kann es schon einmal bis zu einer halben Stunde dauern, das Gelände zu durchqueren – wenn überhaupt. Auch auf den Stages herrscht ein bitterer Kampf um die eigene Position, ständig drängen sich neue Menschen durch die Massen. Diese Tatsache haben wir zum Anlass genommen und einige Drängler-Typen identifiziert;)

  1. Der vorsichtige Typ
    • Eher distanziert, wartet ab, bis sich die Möglichkeit ergibt und versucht dann, unerkannt und mit möglichst wenig Körperkontakt zwischen den Menschen durchzuschlüpfen.
  2. Der offensive Typ
    • Mit viel Körpereinsatz und ohne Rücksicht auf Verluste wühlt sich dieser Typ im Eiltempo durch die Menge – ihm traut sich niemand in den Weg zu stellen.
  3. Der passive Typ
    • Meist im Windschatten von anderen Gruppenmitgliedern unterwegs, schleicht sich dieser geschickt von A nach B ohne dabei das Risiko einer Konfrontation zu haben.

Genug des Blödsinns. Der Nachmittag neigt sich dem Ende zu und mit den letzten Sonnenstrahlen erwacht das Nighlife hier am Ring zum Leben. Erstes großes Highlight an diesem Tag: HEADHUNTERZ, Hardstyle-DJ aus den Niederlanden, bringt die Q-dance Stage zum Beben und wird von Host VILLAIN und den tausenden Fans verehrt und gefeiert wie ein Gott. Nach der Show treffen wir ihn Backstage, sichtlich berührt von der unglaublichen Stimmung fließt sogar bei ihm die ein oder andere Träne – die Power von Musik.

KSHMR springt kurzfristig für den verhinderten Axwell ein. /// Foto @ Tobias Höfinger

Auf der Mainstage hat indessen KSHMR sein Set gestartet. Der US-Amerikaner ist kurzfristig für Headliner AXWELL eingesprungen, der aufgrund „unvorhergesehener Umstände“ seinen Auftritt canceln musste. Die Menge scheint dies nicht traurig gemacht zu haben, in diversen sozialen Medien wurde sogar von einem Upgrade gesprochen.

Geschlossen wird der Abend vom Electric-Love-Liebling TIMMY TRUMPET, der direkt von einer Nachmittagsshow vom Balaton-Sound-Festival aus Ungarn eingeflogen wurde. Wenige Momente vor seiner Show beobachten wir Timmy noch fleißig beim Liegestütze machen – alles muss perfekt sitzen.

TIMMY TRUMPET  sorgt mit seiner Show (wieder einmal) für Ekstase beim Publikum. /// Foto © Tobias Höfinger

Auf seine Musik hatte dies wohl keinen Einfluss, die ist genial wie immer. Das Publikum liebt diesen sympathischen Australier einfach und als er als letzten Song die österreichische Bundeshymne anstimmt, gibt es sowieso kein Halten mehr…