Es war eines der größten Ereignisse der letzten Jahre in Steyr. Aber auch eine der größten Kontroversen. Die Erbauung und Eröffnung des Einkaufszentrums HEY! Steyr. Es hagelte im Vorfeld heftig Kritik gegen das gigantische Projekt. Endlich ein richtiges Einkaufszentrum sagen die Einen, noch so ein Ding werden die Anderen denken. Ich habe mich jetzt persönlich genau umgesehen und will meine Eindrücke mit euch teilen.

Auf den ersten Blick sieht das gesamte Einkaufszentrum sehr interessant aus. Das Gebäude hat deutlich größere Ausmaße als beispielsweise der Interspar, der nur wenige hundert Meter entfernt steht, oder der Schritt für Schritt verschwindende Citypoint. Mit Geschäften wie Müller, Snipes, Thalia, Billa, Jack & Jones und vielen weiteren bietet HEY! Tatsächlich eine große Auswahl an Geschäften.

Doch hier befindet sich bereits mein erster Kritikpunkt. Im Vergleich zu einer Pluscity ist die Auswahl mehr als bescheiden. Während im Paschinger Einkaufstempel die Vielfalt an Geschäften beinahe unbegrenzt scheint, sind die Geschäfte im Hey! sehr monoton und einfallslos. Zum Beispiel kann man eigentlich nur zur L’Osteria gehen, um gemütlich etwas zu essen. Und über die Preise in diesem Restaurant will ich gar nicht erst reden.

Weiters finde ich die gesamte Atmosphäre in dem Einkaufszentrum unangenehm. Es gibt viel zu viel Platz für viel zu wenig Geschäfte. Ein klarer Fall von Platzverschwendung. Man hätte das gesamte Konstrukt kleiner bauen sollen. Neben der Größe ist auch alles andere ein wenig erzwungen. Für mich hat es den Anschein als ob die Investoren krampfhaft einen Konsumtempel installieren wollten, den eigentlich gar keiner braucht. Man merkt, dass nicht mit Liebe im Herzen, sondern mit Eurozeichen in den Augen gehandelt wurde.

Gastbeitrag von Marlene Schaupp