Zweimal im Jahr passiert es: Die Uhren werden entweder eine Stunde vor- oder zurückgestellt. Viele freuen sich im Herbst über die zusätzliche Stunde Schlaf, während im Frühjahr das frühere Aufstehen schwerfällt. Doch warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt, und ist sie noch zeitgemäß?
Warum gibt es die Zeitumstellung?
Die Idee der Zeitumstellung geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, wurde aber erst im 20. Jahrhundert eingeführt. Deutschland stellte erstmals 1916 die Uhren um – mit dem Ziel, Energie zu sparen. Die Sommerzeit sollte das Tageslicht besser nutzen und so den Stromverbrauch senken. Seit 1980 gibt es die Zeitumstellung wieder in Deutschland, und 1996 wurde sie in der EU einheitlich geregelt.
Bringt sie wirklich etwas?
Während Befürworter argumentieren, dass durch die Sommerzeit weniger künstliches Licht benötigt wird, zeigen Studien, dass die Energieeinsparung minimal ist. Zudem klagen viele Menschen über gesundheitliche Probleme: Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden in Verbindung mit der Umstellung gebracht.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
2018 stimmten in einer EU-Umfrage rund 84 % der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung. Die EU-Kommission schlug daraufhin vor, die Umstellung zu beenden. Doch bis heute gibt es keine Einigung, da sich die Länder nicht auf eine dauerhafte Zeit (Winter- oder Sommerzeit) festlegen konnten.
Interessante Fakten zur Zeitumstellung
- Russland schaffte die Zeitumstellung 2011 ab – mit negativen Folgen. Viele klagten über Schlafmangel, sodass das Land 2014 wieder zur Winterzeit zurückkehrte.
- Tiere in der Landwirtschaft haben Schwierigkeiten, sich an die neue Fütterungszeit zu gewöhnen. Besonders Kühe, die täglich zu festen Zeiten gemolken werden, leiden darunter.
- Die innere Uhr des Menschen braucht bis zu einer Woche, um sich an die Zeitumstellung anzupassen – ähnlich wie bei einem Mini-Jetlag.
Ob die Zeitumstellung bleibt oder nicht, ist weiterhin unklar. Doch eines ist sicher: Zwei Mal im Jahr sorgt sie für Diskussionen – und für müde Schüler am Morgen nach der Umstellung!